Informationen von Erzbischof Lackner

Sondernewsletter der Erzdiözese Salzburg
Liebe Schwestern und Brüder,
in den letzten Tagen ist die Zahl der weltweit am Corona-Virus Erkrankten stark
angestiegen. Auch bei uns in Österreich hat sich das Virus mehr und mehr
ausgebreitet. Stündlich erreichen uns neue Meldungen und wir erleben
mittlerweile spürbare Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die aktuelle
Situation ist geprägt von Verunsicherung, Sorge und Angst. Was können wir in
dieser Situation als Gläubige tun?
Sich selbst zurücknehmen für Andere
Als Christen sind wir solidarisch mit allen, deren Gesundheit nun in Gefahr ist,
ganz besonders mit Kranken und älteren Menschen. Zu ihrem Wohl müssen wir
das soziale und auch das öffentliche religiöse Leben einschränken – eine für uns
neue Erfahrung, die für nicht wenige von uns auch ein Opfer bedeutet.
Der Rhythmus des gemeinschaftlich-religiösen Lebens, der uns besonders in
Tagen wie diesen Halt geben könnte, wird durchbrochen. Dieser Verzicht für
unsere Mitmenschen kann aber auch zum Segen für uns werden. Gerade in den
Schwachen und Gefährdeten will Gott uns nahe sein. Deswegen werden wir
Priester auch weiterhin – wenngleich ohne Volk – die Eucharistie feiern und uns
gemeinsam mit anderen im Rahmen der Möglichkeiten um die Kranken und
Sterbenden sorgen.
Im Gebet Zuflucht nehmen bei Gott
Die Kirche hört nicht auf zu beten. Gerade in Zeiten der Einschränkung von Not
und Krankheit bekommt Beten neue Dringlichkeit. Schöpfen wir Kraft und
Zuversicht aus der Hoffnung des Psalmisten: „Schüttet euer Herz aus vor Gott!
Denn er ist unsere Zuflucht.“, sagt der Beter im Psalm 62. Das kann auch uns in
dieser Situation eine Hilfe sein. Nehmen wir mit allem, was wir in uns tragen,
Zuflucht bei Gott. Schütten wir ihm unser Herz aus und vertrauen wir ihm an, was
uns umtreibt. Der Herr hat die Dinge in der Vergangenheit immer wieder zum
Guten gewendet. Wir dürfen darauf vertrauen, dass er auch in den kommenden
Wochen nicht von unserer Seite weicht. Diese Hoffnung kann unsere
Immunkräfte stärken und uns widerstandsfähig machen für alles, was uns
schaden möchte.
Liebe Schwestern und Brüder,
auch die Glocken unserer Kirchen hören in diesen Tagen nicht auf, uns durch ihr
Läuten zum Gebet aufzurufen. Sprechen wir gemeinsam das Gebet, das Jesus
selbst uns zu beten gelehrt hat. Wer die Worte des Vaterunsers spricht, ist nie
alleine. Er stimmt ein in eine Gebetsgemeinschaft, die über alle Grenzen
verbindet. Bitten wir für alle, die am Corona-Virus erkrankt sind, und für alle
Ärzte, Pflegekräfte und Politiker, die im Moment gegen diese Krankheit
ankämpfen:
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.
Gott ist da. Sein Versprechen „Ich bin bei euch – alle Tage“ gilt auch uns. Darauf
dürfen wir vertrauen!
Im Gebet mit Euch verbunden – mit herzlichen Segensgrüßen + Franz Lackner
Erzbischof
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